Am zuverlässigsten messen Sie Brennholz mit einem Holzfeuchtemessgerät. Ofenfertig ist es bei 15 bis 20 % Wassergehalt, und die 1. BImSchV erlaubt nur Holz unter 25 % Wassergehalt. Spalten Sie mehrere Scheite frisch auf, messen Sie an mehreren Stellen und bilden Sie den Mittelwert. Der Spüli- oder Klopftest taugt nur als Vorprüfung.
Kurz gesagt:
- Viele Geräte zeigen Holzfeuchte statt Wassergehalt: 25 % Holzfeuchte entsprechen etwa 20 % Wassergehalt; vergleichen Sie deshalb beide Werte nicht unmittelbar mit gesetzlichen Grenzwerten.
- Spalten Sie mindestens drei bis fünf Scheite aus verschiedenen Stapelbereichen frisch auf, messen Sie im Kern quer zur Faser und bilden Sie den Mittelwert.
- Stellen Sie am Messgerät Holzart und, falls möglich, Temperatur ein; handelsübliche Geräte messen meist nur im Bereich von 5 bis 30 % zuverlässig.
- Lagern Sie zu feuchtes Holz weiter, überdacht und belüftet; messen Sie nach längeren Regenperioden und vor dem ersten Anheizen erneut.
- Spüli- und Klopftest liefern nur grobe Hinweise; bei Frost klingt auch nasses Holz hell, deshalb sollten Sie dann mit einem Messgerät prüfen.
Inhaltsverzeichnis
- So messen Sie mit einem Holzfeuchtemessgerät richtig
- Brennholz trocken prüfen ohne Messgerät: Spüli-Test, Klopftest und Sichtprüfung
- Holzfeuchte oder Wassergehalt: Welche Werte gelten und was sie bedeuten
- Die richtige Messroutine: Stichprobe, Messstellen und Dokumentation
- Trocknungszeiten und Lagerung: Wann Sie Ihr Brennholz erneut messen sollten
- Meine Empfehlung für den Alltag
- Ofenfertiges Brennholz bei uns bestellen
- FAQ
- Quellen
So messen Sie mit einem Holzfeuchtemessgerät richtig
Ein Messgerät gibt Ihnen eine Zahl, mit der Sie arbeiten können. Alles andere sind Anhaltspunkte. Dabei gibt es zwei Gerätetypen, die sich im Preis und in der Handhabung deutlich unterscheiden.
Einstechgeräte arbeiten mit zwei Messspitzen, die den elektrischen Widerstand im Holz erfassen. Kapazitive Geräte liegen flach auf dem Holz auf und messen, ohne Spuren zu hinterlassen. Sie sind meist teurer. Aktion Holz sagt dazu: Für den Hausgebrauch reichen einfache Einstechgeräte, wer häufig misst, ist mit Modellen des mittleren Segments besser bedient. Fürs Heizen daheim lohnt sich also kein Profigerät.
Die Widerstandsmessung ist in der Norm DIN EN 13183-2 beschrieben. Wichtig daran: Holzart und Temperatur beeinflussen das Ergebnis, und Geräte, an denen Sie beides einstellen können, liefern genauere Werte. Wer die Holzart am Gerät falsch wählt, misst schlicht daneben.
So gehen Sie vor:
- Spalten Sie ein Scheit frisch auf. Die Außenseite sagt nichts über den Kern.
- Setzen Sie die Messspitzen quer zur Faser in die frische Spaltfläche, nicht längs und nicht an die Stirnseite.
- Stellen Sie Holzart und, falls möglich, Temperatur am Gerät ein.
- Messen Sie an mehreren Scheiten und an mehreren Stellen.
- Bilden Sie aus allen Werten den Mittelwert.
Die typischen Fehler sind schnell aufgezählt: Messung an der Rinde, ein falsch gewähltes Holzartprofil, durchgefrorenes Holz und Werte außerhalb des Messbereichs. Handelsübliche Geräte zeigen meist Holzfeuchte, und ihr zuverlässiger Bereich liegt bei 5 bis 30 %. Liegt Ihr Holz deutlich darüber, ist die Anzeige ohnehin nur noch eine grobe Richtung. Für die Entscheidung reicht das: Wenn das Gerät „sehr feucht“ meldet, ist das Holz nicht ofenfertig.
Viele messen übrigens an der Stirnseite, weil sie dort am einfachsten ansetzen. BauMigo weist darauf hin, dass das falsche Werte liefert. Bei dicken Scheiten helfen isolierte Einschlagelektroden, mit denen Sie in etwa 30 % der Holzdicke messen.

Profi-Tipp: Messen Sie nie nur ein einziges Scheit. Ein einzelner Wert kann zufällig besonders trocken oder besonders nass ausfallen, der Mittelwert aus mehreren Scheiten zeigt den echten Zustand.
Brennholz trocken prüfen ohne Messgerät: Spüli-Test, Klopftest und Sichtprüfung
Kein Gerät zur Hand? Dann gibt es drei schnelle Vorprüfungen. Sie ersetzen keine Messung, helfen aber bei der Entscheidung, ob sich das Nachmessen überhaupt lohnt.
Beim Spüli-Test setzen Sie einen Tropfen Spülmittel auf die Stirnseite eines Scheits und pusten auf der gegenüberliegenden Seite kräftig durch. Bildet sich Schaum, sind die Fasern trocken und luftdurchlässig. CHIP beschreibt den Test als schnelle Vorprüfung, die keine prozentgenauen Werte liefert. Auch LAND & FORST rät dazu, ein frisch gespaltenes Scheit zu nehmen, und verweist für belastbare Zahlen auf ein kalibriertes Gerät.
Die Schritte im Überblick:
- Spalten Sie ein Scheit frisch auf und prüfen Sie dessen Kern.
- Tragen Sie einen Tropfen Spülmittel auf die Stirnseite auf.
- Pusten Sie von der anderen Seite kräftig durch.
- Schaumbläschen zeigen trockenes Holz, bleibt es glatt, ist das Holz noch zu feucht.
- Klopfen Sie zwei Scheite gegeneinander: Heller Klang spricht für trocken, ein dumpfes Geräusch für Restfeuchte.
Den Klopftest nehmen Sie bei Frost besser nicht ernst, denn gefrorenes Holz klingt auch dann hell, wenn es nass ist. Kombinieren Sie ihn deshalb mit dem Blick aufs Holz. Trockene Scheite zeigen Risse an der Stirnseite, die Farbe ist eher grau-gelblich als frisch hell, und das Scheit fühlt sich spürbar leichter an als ein frisch geschlagenes. Schimmel oder Pilzbefall sind ein Ausschlussgrund, egal wie der Test sonst ausfällt.
Beim Händler zählt die Sichtprüfung, am eigenen Ofen der Spüli-Test als Schnellcheck. Sobald Sie unsicher sind oder viel Holz auf einmal kaufen, greifen Sie zum Messgerät.
Holzfeuchte oder Wassergehalt: Welche Werte gelten und was sie bedeuten
Hier stolpern viele. Wassergehalt und Holzfeuchte sind zwei verschiedene Messgrößen. Der Wassergehalt bezieht sich aufs Nassgewicht, die Holzfeuchte aufs Trockengewicht. Laut Wikipedia entsprechen 20 % Wassergehalt etwa 25 % Holzfeuchte. Das Gesetz nennt meist den Wassergehalt, viele Geräte zeigen die Holzfeuchte an. Zeigt Ihr Gerät also 25 %, kann das Holz noch im grünen Bereich liegen.
Die 1. BImSchV erlaubt Brennholz nur bei unter 25 % Wassergehalt, empfohlen sind 15 bis 20 %. Zur Einordnung:
| Wassergehalt | Einschätzung |
|---|---|
| unter 15 % | sehr trocken |
| 15 bis 20 % | gut, sauberer Abbrand |
| 20 bis 25 % | noch akzeptabel |
| über 25 % | nicht geeignet |
Nasses Holz kostet Sie Heizleistung. Bei der Verbrennung muss das Wasser erst verdampfen, und diese Energie fehlt dann im Raum.
Ein Kilogramm Wasser im Holz verbraucht beim Verdampfen etwa 0,68 kWh (Bornscheuer Schornsteinfegermeister). Bei 50 % Wassergehalt sinkt der Heizwert laut derselben Quelle um fast die Hälfte im Vergleich zu trockenem Holz. Dazu kommen mehr Ruß und mehr Emissionen, weil das Holz kühler und unvollständiger verbrennt.
Die richtige Messroutine: Stichprobe, Messstellen und Dokumentation
Ein Wert sagt wenig, eine saubere Routine sagt viel. Gerade bei einer Lieferung, die Sie prüfen wollen, lohnt sich ein festes Vorgehen.
- Nehmen Sie mindestens drei bis fünf Scheite aus verschiedenen Zonen des Stapels: oben, unten, innen, außen.
- Spalten Sie jedes Scheit frisch und messen Sie im Kern, quer zur Faser.
- Bei dicken Scheiten messen Sie in der Tiefe, rund 30 % der Dicke, wie es BauMigo empfiehlt.
- Bilden Sie den Mittelwert und werfen Sie auffällige Ausreißer nicht einfach weg, sondern prüfen Sie nach.
- Lassen Sie das Holz vorher im Raum ankommen. Kaltes oder durchgefrorenes Holz verfälscht die Anzeige, und die Temperaturkorrektur am Gerät gleicht nur einen Teil davon aus.
Schreiben Sie sich Datum, Holzart, Gerät und Messwerte auf. Das kostet wenig Aufwand und zahlt sich aus, falls Sie eine Lieferung reklamieren müssen. Wer protokolliert hat, argumentiert mit Zahlen statt mit Gefühl.
Profi-Tipp: Machen Sie bei einer Lieferung gleich am Tag der Annahme ein Foto vom Messgerät mit angezeigtem Wert und dem frisch gespaltenen Scheit. So haben Sie einen Beleg, wenn es zum Streit kommt.
Trocknungszeiten und Lagerung: Wann Sie Ihr Brennholz erneut messen sollten
Frisch geschlagenes Scheitholz hat 45 bis 60 % Wasseranteil. Optimal sind nach der Trocknung 15 bis 20 %, und je nach Holzart dauert das etwa zwei Jahre. Wie lange die Trocknung dauert, hängt von der Holzart und den Lagerbedingungen ab. Handelsware kommt oft schon vorgetrocknet bei Ihnen an, trotzdem gilt: nachmessen.
Die Lagerung entscheidet mit. heizwert.info betont, dass sie genauso wichtig ist wie die Messung, weil Holz bei falscher Lagerung wieder Ausgleichsfeuchte aus der Umgebungsluft aufnimmt. Ein Stapel, der monatelang im Regen steht, wird wieder feucht.
Daran halten Sie sich:
- Lagern Sie das Holz überdacht und gut belüftet, nicht direkt auf dem Boden.
- Stapeln Sie so, dass Luft zwischen den Scheiten zirkulieren kann.
- Decken Sie nur die Oberseite ab, die Seiten bleiben frei.
- Messen Sie vor dem ersten Gebrauch, nach längeren Regenperioden und bei der Annahme einer Lieferung.
- Ist das Holz zu feucht, lagern Sie es weiter, statt es zu verbrennen.
Wer sein Holz einmal gemessen und dann vergessen hat, wird im Herbst oft überrascht. Ein kurzer Check vor dem ersten Anheizen kostet nichts und erspart verrußte Scheiben.
Meine Empfehlung für den Alltag
Ich halte es einfach: ein günstiges Einstechgerät für den Hausgebrauch und der Spüli-Test als schneller Vorcheck, wenn ich unterwegs oder beim Händler bin. Mehr braucht es für die meisten Haushalte nicht. Ein Gerät ab etwa 25 bis 30 € reicht laut heizsparer.de schon aus.
Dokumentieren und gelegentlich nachmessen lohnt sich, weil Sie damit gegenüber dem Händler eine Grundlage haben. Und es lohnt sich für die Umwelt: Trockenes Holz brennt sauber, spart Brennstoff und bringt weniger Ruß in die Luft. Nasses Holz zu verheizen ist keine Sparsamkeit, sondern Verschwendung.
— Clive
Ofenfertiges Brennholz bei uns bestellen
Wenn Sie gleich trockenes Holz haben möchten, bieten wir Brennholz-Produkte an. Einen Überblick über unser Sortiment finden Sie in unserem Shop.
Diese Produkte haben wir für Sie:
- Brennholz Birke, ofenfertig und trocken
- Brennholz Buche, ofenfertig und trocken
- fuTrade Rauchwasserfall Kaskade Holzoptik Keramik
Messen Sie die gelieferte Ware trotzdem vor dem ersten Gebrauch nach und prüfen Sie die Rückgaberegeln. Dann stöbern Sie am besten gleich bei uns und bestellen Ihr Holz für die nächste Heizsaison.
FAQ
Wie trocken muss Feuerholz sein?
Die 1. BImSchV enthält entsprechende Vorgaben beziehungsweise Empfehlungen. Beachten Sie, dass viele Geräte die Holzfeuchte anzeigen, die höher ausfällt als der Wassergehalt.
Wie kann man die Feuchtigkeit in Holz messen?
Am zuverlässigsten mit einem Holzfeuchtemessgerät an einem frisch gespaltenen Scheit, quer zur Faser. Messen Sie an mehreren Scheiten und bilden Sie den Mittelwert. Ohne Gerät gibt der Spüli-Test eine grobe Vorabinformation.
Woran erkenne ich schlechtes Brennholz?
Schlechtes Brennholz ist schwer, klingt beim Aufeinanderschlagen dumpf und zeigt keine Risse an der Stirnseite. Schimmel oder Pilzbefall sind ein klares Ausschlusskriterium. Im Zweifel entscheidet die Messung.
Ist es Quatsch, Brennholz zwei Jahre lang zu lagern?
Nein, bei vielen Holzarten ist das nötig. Nadelholz ist oft schneller trocken, Handelsware meist schon vorgetrocknet.
